Frettchenhaltung

Wie viele Frettchen?

Frettchen sind sehr gesellige Tiere, die zwingend Artgenossen brauchen, mit denen sie kuscheln und toben können. Daher sollten Sie immer mindestens zwei oder noch besser drei Tiere halten. Nach oben sind je nach Zeit, Platz und Geld kaum Grenzen gesetzt, jedoch halten die meisten Frettchenhalter etwa drei bis maximal zehn Tiere. Bedenken Sie bei der Wahl der Gruppengröße auch, dass neben den laufenden Kosten auch die Tierarztkosten im Krankheitsfall mit jedem weiteren Tier ansteigen.

Frettchensicherer Auslauf

Neben einem artgerecht eingerichteten Frettchenkäfig (Link zu Frettchenkäfig) benötigen die kleinen Kobolde jeden Tag mindestens vier bis sechs Stunden Freilauf in der Wohnung. Da Frettchen sehr neugierig sind und überall dabei sein wollen, müssen einige Vorkehrungen getroffen werden. Im Endeffekt ähneln diese dem Vorgehen, wenn kleine Kinder im Haushalt leben.

So sollten Sie Wasch- und Putzmittel, Medikamente, Hygieneartikel und auch die Klobürste außer Reichweite aufbewahren und nichts stehen lassen, was den Tieren schaden könnte, wenn sie es zu sich nehmen. Dazu gehören beispielsweise solche Dinge wie Süßigkeiten, heiße und alkoholische Getränke oder auch Kerzen, Zerbrechliches und Produkte aus Gummi.

Achten Sie darauf, dass die Frettchen heiße Herdplatten nicht erreichen können und sichern Sie Steckdosen und Kabel mittels Kabelkanälen und Kindersicherungen.

Frettchen verstecken sich gerne in Höhlen, Ritzen und Spalten. Zählen Sie daher immer Ihre Frettchen, bevor Sie die Waschmaschine oder den Geschirrspüler in Betrieb setzen. Die Toilette sollte stets geschlossen sein, da die Frettchen in dieser ertrinken können. Sämtliche für Frettchen giftige Pflanzen sollten außer Reichweite platziert oder noch besser aus dem Frettchenhaushalt entfernt werden. Blumentöpfe anderer Pflanzen werden am besten mit Steinen gesichert, um die Frettchen vom Graben und Umwerfen abzuhalten.

Gekippte und geöffnete Fenster müssen mit einem Schutzgitter gesichert werden. Auch Bücher und CDs in Regalen sollten gesichert oder in geschlossenen Schränken verstaut werden, da die Frettchen Regale gerne erklimmen und durch ein herunterfallendes Buch oder eine CD verletzt werden können. Verschließen Sie ansonsten alle Schlupflöcher, Ritzen und Spalten, wozu auch das Innenleben von Couch und Sesseln gehört.
 
Beschäftigung der Frettchen im Käfig und beim Freilauf

Damit den Marderartigen bei Ihrer Abwesenheit oder während des Freilaufs nicht langweilig wird, ist es sinnvoll, diesen für Frettchen geeignetes Spielzeug und andere Beschäftigungsmöglichkeiten bereitzustellen. Dazu gehört zum Beispiel vieles, was im Fachhandel als Katzenspielzeug verkauft wird, wie zum Beispiel Federangeln, Hartplastikbälle und Spielmäuse. Aber auch Tischtennisbälle, alte Socken oder einfach nur eine Kiste gefüllt mit Erde und Laub können eine wunderbare Beschäftigung für die kleinen Kobolde darstellen.

Darüber hinaus freuen sich die agilen Tiere über Röhren, Höhlen und Tunnel aller Art, eine Kiste zum Buddeln oder im Sommer auch ein kleines Planschbecken. Auch niedrige Katzenkratzbäume sind für Frettchen geeignet. Achten Sie beim Frettchenspielzeug generell darauf, dass es nicht aus Gummi oder weichem Plastik gefertigt ist.

Stofftiere sollten aufgestickte Augen besitzen, keine Knopfaugen. Am besten wechselt man das Spielzeug immer wieder einmal, um für noch mehr Kurzweil zu sorgen. Das Spielen mit ihnen, das Toben mit Artgenossen sowie Spaziergänge an der frischen Luft sind natürlich ebenfalls hervorragende Möglichkeiten, um Ihre kleinen Marderartigen zu beschäftigen.

Leckereien versteckt in mit Heu oder Papier gefüllten Kisten beschäftigen Frettchen auch eine ganze Weile. Darüber hinaus ist auch die Fütterung von ganzen Beutetieren eine wunderbare Möglichkeit, um für etwas Kurzweil bei den lebhaften Kobolden zu sorgen.

Frettchenpflege

Fellpflege

Die Pflege von Frettchen ist im Endeffekt nicht allzu aufwändig, jedoch müssen einige Pflegemaßnahmen regelmäßig durchgeführt werden. Dazu gehört zum einen die Fellpflege. Diese sollte bei langhaarigen Tieren regelmäßig durchgeführt werden, um Knoten und Verfilzungen zu vermeiden. Bei kurzhaarigen Frettchen reicht es in der Regel aus, diese in der Zeit des Fellwechsels zu bürsten.

Baden sollte man Frettchen nur im äußersten Notfall, also dann, wenn es vom Tierarzt verschrieben wurde oder wenn das Frettchen wirklich stark verschmutzt ist. Grundsätzlich handelt es sich bei Frettchen um sehr reinliche Tiere, die sehr gut selbst für sauberes Haarkleid sorgen können.

Baden hilft übrigens nicht gegen den frettchentypischen Eigengeruch, wie häufig angenommen wird, sondern zerstört lediglich den körpereigenen Fettfilm des Frettchens, wodurch dieses wiederum anfälliger für Krankheiten wird. Sollten Sie Ihr Frettchen baden müssen, dann benutzen Sie dazu am besten spezielles Frettchenshampoo.

Ohrenpflege

Neben dem Fell müssen insbesondere die Ohren der Tiere regelmäßig mit einem Wattestäbchen und speziellem Ohrreiniger gesäubert werden. Gehen Sie dabei vorsichtig vor und lassen Sie sich den Vorgang am besten vorher von einem Fachmann zeigen, um die Marderartigen nicht zu verletzen. Werden die Ohren nicht regelmäßig gereinigt, kann es zu einem Befall mit Ohrmilben kommen. Dieser muss in jedem Fall tierärztlich behandelt werden.

Krallenpflege

Die Krallen der Frettchen können mit Hilfe einer Krallenzange gekürzt werden. Hierzu entfernt man diese bei Bedarf etwa 2 mm vor dem Blutkanal, der in den Krallen in der Regel gut zu erkennen ist. Dennoch sollten Sie sich auch die Krallenpflege vorher von einem Fachmann zeigen lassen, um Ihre Haustiere nicht zu verletzen.

Entwurmen

Frettchen sind durch ihre schnelle Verdauung wenig anfällig für Würmer und sollten nur dann entwurmt werden, wenn auch wirklich Wurmbefall vorliegt. Dazu geben Sie eine über mehrere Tage gesammelte Kotprobe zur Untersuchung beim Tierarzt ab. Werden Würmer festgestellt, werden Ihre Frettchen entwurmt. Wenn nicht, muss auch keine Wurmkur durchgeführt werden. Wurmkuren beseitigen immer nur bereits vorhandene Würmer im Körper und wirken nicht vorbeugend. Es ist daher nicht sinnvoll, den Stoffwechsel Ihrer Frettchen unnötig mit einer chemischen Wurmkur zu belasten. Um die Gefahr von Wurmbefall zu verringern, sollten Sie bei Waldspaziergängen mit den Frettchen Tierkot und Pilze meiden.
 
Frettchen und andere Haustiere

Frettchen können mit Hunden und Katzen harmonisch zusammenleben, benötigen jedoch immer einen Artgenossen, mit dem sie in ihrer Sprache kommunizieren können. Allerdings ist auch im Zusammenleben mit Hund und Katze Vorsicht geboten, da beide Tiere ein Frettchen mitunter schwer verletzen können, wenn dieses zu ungestüm vorgeht oder die Chemie zwischen beiden Tierarten einfach nicht stimmt.

Die Vergesellschaftung mit potenziellen Beutetieren wie Nagern, Kaninchen oder Vögeln sollten Sie vermeiden. Diese ist mit immensem Stress für beide Seiten verbunden, die den Geruch des jeweils anderen wittern, aber nicht fliehen bzw. die potenzielle Beute nicht erlegen können. Die Haltung von Aquarien- und Terrarientieren ist, soweit diese sicher verwahrt sind, problemlos möglich.

Wenn Frettchen neu bei Ihnen sind, dann brauchen sie erst einmal eine Weile, um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Achten Sie schon beim Transport auf einen sanften und schonenden Übergang.
Am Anfang sollten Sie die Tiere sehr vorsichtig und sanft behandeln. Frettchen können auch auf Leckereien positiv reagieren. Sie müssen sich das Vertrauen erst erarbeiten.

Freilauf

Frettchen brauchen sehr viel Bewegung und toben wild herum. Sie sollten den Tieren daher auch immer wieder Freilauf geben. In der Wohnung kann dann schnell mal etwas kaputtgehen. Man sollte deshalb Frettchen nicht unbeaufsichtigt lassen und Gefahrenquellen vorher beseitigen.
Man kann Frettchen anleinen und mit ihnen Spazierengehen. Es gibt für Frettchen spezielle Brustgurte, damit man sie an die Leine nehmen kann.

Pflege

Frettchen sind sehr reinliche Tiere und regeln den Großteil Ihrer Hygiene selbst. Man sollte Frettchen trotzdem in einigen Punkten bei Ihrer Pflege unterstützen.
Das Fell sollte ab und zu während des Fellwechsels im Frühling und Herbst gebürstet werden.
Benutzen Sie auf keinen Fall Wattestäbchen, um die Ohren oder die Augen zu reinigen. Wenn sich hier Krusten oder Verschmutzungen bilden, sind das oft Anzeichen für Krankheiten und man sollte dann zum Tierarzt.
Die Krallen müssen manchmal geschnitten werden. In freier Wildbahn nutzen sich die Krallen der Tiere schneller ab, als beim Leben als Haustier. Lassen Sie sich aber vor dem ersten Mal von einem Tierarzt zeigen, wie es geht.

Sonstiges zur Frettchenhaltung

Man sollte Rüden (männliche Frettchen) kastrieren lassen, wenn man nicht plant, sie zur Zucht einzusetzen. Das erspart Geruchsbelästigung und unerwünschten Nachwuchs. Außerdem sollte man seine Frettchen impfen lassen.