Anforderungen der Frettchenhaltung

Frettchen werden zwar zu den Kleintieren gezählt, sind jedoch vom finanziellen und zeitlichen Aufwand eher mit Katzen und noch mehr mit Hunden vergleichbar. Entsprechend braucht man Zeit, Platz, Geld und manchmal auch etwas Einfallsreichtum, um Frettchen ein artgerechtes Zuhause bieten zu können, in dem sie sich wohlfühlen und ein harmonisches Team mit ihren Besitzer bilden können.

Finanzieller Aufwand

Anschaffungskosten


Frettchen sind sehr gesellige Tiere und benötigen mindestens einen Partner zum Spielen, Toben und Kuscheln. Der Anschaffungspreis kann hier sehr variieren, je nachdem, ob die Frettchen beim Züchter oder vom Tierschutz erworben werden, wie alt sie sind, welches Geschlecht sie besitzen usw.

Grundsätzlich kann man von einem Preis von etwa 50 bis 130 € für ein Tier ausgehen. Frettchen in Sonderfarben kosten unter Umständen auch noch etwas mehr. Sparen Sie hier nicht, indem Sie bei einem Vermehrer kaufen. Häufig übersteigen die folgenden Tierarztkosten die Einsparung beim Kauf immens.

Grundausstattung

Natürlich ist es mit den Marderartigen allein nicht getan. So benötigen die Frettchen einen artgerechten Käfig mit mindestens 2 m² Grundfläche für zwei Tiere, der nach den Bedürfnissen dieser ausgestattet sein muss. Auch Ausstattung, wie zum Beispiel Hängematten, müssen gekauft werden. Dazu kommen Futter- und Trinknäpfe, Spielsachen, Pflegeprodukte (z. B. Krallenschere und Bürste), eine Transportbox und eventuell auch Geschirr und Leine, wenn Sie mit den Tieren Spaziergänge an der frischen Luft machen möchten. Die Wohnung muss für den Freilauf der Tiere frettchensicher gestaltet werden. Dies ist ebenfalls mit Kosten verbunden. Auch ein Ratgeber kann zum schnellen Nachschlagen bei Fragen und Problemen hilfreich sein.

Laufende Kosten

Mit der Anschaffung und dem Erwerb der Grundausstattung ist es leider noch nicht getan. Schließlich wollen die Frettchen auch rundum versorgt werden. So müssen Sie mit Kosten für die artgerechte Ernährung (Link zu Ernährung) rechnen und auch Klump- bzw. Klostreu, hin und wieder einmal eine gesunde Leckerei sowie neues Spielzeug und Ausstattungsgegenstände sollten mit einkalkuliert werden.

Dazu kommen einmal jährlich die notwendigen Impfungen (Link zu Impfungen) und die viertel- bis halbjährige Untersuchung einer Kotprobe auf Würmer plus Wurmkur bei Befall.

Einmalige und zusätzliche Kosten

Neben den genannten Faktoren sollten immer finanzielle Mittel für Tierarztbesuche vorhanden sein, um im Fall des Falles schnell reagieren zu können. Hier hat sich ein eigenes Konto für die Vierbeiner als effektiv erwiesen, auf das man jeden Monat einen gewissen Betrag einzahlt und so ein kleines Notpolster für unvorhergesehene Kosten schafft.

Dazu kommen die Kastration und das Chippen der Tiere. Hat man keine Verwandten und Bekannten, die die Frettchen im Urlaub oder Krankheitsfall versorgen können, sollte man auch hier ein kleines Polster einplanen, um einen Tiersitter engagieren oder die Marderartigen für die Zeit in einer Tierpension unterbringen zu können.
 
Zeitlicher Aufwand

Die Haltung von Frettchen ist relativ zeitaufwändig. Dies liegt vor allem daran, dass die agilen Kleintiere nicht den ganzen Tag im Käfig sitzen möchten, sondern mindestens vier bis sechs Stunden Auslauf am Tag benötigen. In dieser Zeit sollten Sie sich mit den Tieren beschäftigen, da sie nur so wirklich zutraulich werden. Auch Erziehungsarbeit kann bis zu einem gewissen Grad geleistet werden. Zwar eignen sich Frettchen auch bedingt für berufstätige Menschen, jedoch muss hier insbesondere darauf geachtet werden, dass die Tiere einen ausreichend großen Käfig besitzen und vor und nach Feierabend auf ihre vier bis sechs Stunden Freilauf kommen.

Dazu kommen die üblichen Tätigkeiten, wie die Futtervorbereitung, Käfigreinigung etc. sowie unvorhergesehene Tätigkeiten, wie etwa Tierarztbesuche. Vergessen Sie dabei nicht, dass Sie die Zeit nicht nur zu Anfang aufbringen müssen, sondern während der nächsten acht bis zehn Jahre oder unter Umständen auch länger, je nachdem wie alt Ihre Haustiere werden.

Aus diesem Grund sollten Sie ehrlich zu sich sein und das Für und Wider genau abwägen, bevor Sie die Entscheidung treffen, Frettchen ein neues Zuhause zu schenken.